Atelier Work Life Design 45+

Von Vanessa Zeilfelder, 23. September 2021

Life Design als eine etwas andere Form der Standortbestimmung und neues Tool zur Laufbahngestaltung ist derzeit in aller Munde. Der Ansatz stützt sich auf die Grundlagen des Design Thinkings – eine Innovationsmethode, die ursprünglich aus dem Produktdesign kommt und immer mehr auf Businessthemen angewandt wird. Im Zentrum steht dabei immer der Mensch.

Life Design

Im Life Design geht es darum, das iterative und «human-centered» Vorgehen des Design Thinkings auf die eigene Lebensplanung anzuwenden. Der oder die Life DesignerIn steht dabei im Mittelpunkt.

Sinn oder Geld? Auszeit oder Neuanfang? ChefIn oder Angestellte/r? Beruf oder Berufung? Pensionierung oder weiterarbeiten? Wer sagt denn, dass es immer ein «oder» sein muss? Schon einmal daran gedacht, dass es auch ein «und» UND «und» sein könnte? Wie soll das gehen, ohne gleich das ganze Leben auf den Kopf stellen zu müssen?

Bei Loopings dreht sich alles um berufliche Chancen in der zweiten Lebenshälfte. Da haben wir uns gefragt: Inwiefern kann Life Design Menschen nach langen Berufsjahren dabei unterstützen, beruflich und/oder privat eine Veränderung anzustossen? Denn oft ist zu beobachten, dass der initiale Schritt, sich mit der eigenen beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen, zwar erfolgt – sei es über eine Standortbestimmung, ein Coaching oder ein Mitarbeitendengespräch –, dann aber alles beim Alten bleibt und angestrebte Veränderungen nicht verwirklicht werden. Deshalb interessiert es uns ganz besonders, ob die Personen ihre Pläne (Prototypen) durch Life Design in die Realität umsetzen.

Partner

Für das Experiment haben wir mit burnbaby und dem dem Institut für Angewandte Psychologie der ZHAW tolle Partner im Boot. Die drei Gründerinnen Claudia, Fabienne und Simone von burnbaby haben wir als Life-Design-Expertinnen hinzugezogen. Sie übernehmen die Gestaltung und Durchführung der Workshops.

Das Institut für Angewandte Psychologie (IAP) unter Federführung von Prof. Dr. Christoph Negri und Barbara Moser führt als wissenschaftlicher Partner die Erfolgsmessung in Form von qualitativen Interviews durch.

Was bisher geschah

Vorbereitung

Während der Vorbereitungsphase wurden gemeinsam mit burnbaby die Workshops ausgeschrieben und konzipiert. Parallel dazu haben wir die Fragebögen für die Erfolgsmessung erarbeitet.

Zwei Wochen vor dem ersten Work Life Design-Workshop erhielten die Teilnehmenden Vorbereitungsaufgaben, mithilfe derer sie unter anderem ein Good Time Journal sowie ein Stärkenprofil erstellten.

Interview #1

Ausserdem wurden die Teilnehmenden in der Woche vor dem ersten Workshop von Mitarbeitenden des IAP für etwa jeweils 30 Minuten interviewt. Das Gespräch drehte sich um die aktuelle (berufliche) Situation der Teilnehmenden, ihre bisherigen Erfahrungen und Wünsche beziehungsweise Erwartungen an das Work Life Design, um die individuelle Ausgangslage genauer zu verstehen. Die Antworten wurden vertraulich behandelt und die Workshop-Moderatorinnen erhielten keinen Einblick in die Dokumentation.

Workshop #1

Am 21. August 2021 fand der erste Work Life Design Workshop im Coworking Uferbau in Solothurn statt. Die Teilnehmenden durchliefen in der ganztägigen Veranstaltung zunächst die Phasen «Explore» und «Ideate»:

Explore: Die Teilnehmenden widmen sich ihrer Ausgangssituation und arbeiten ihre Stärken, Interessen und Werte heraus.

Ideate: Mit Innovations- und Kreativitätsmethoden wird an konkreten Ideen für die Zukunft gearbeitet.

Workshop #2

Der zweite Workshop fand am 4. September 2021 halbtags per Zoom statt. Die Teilnehmenden durchliefen nun die Phase «Prototype» und arbeiteten virtuell an ihren Prototypen für die Zukunft.

Prototype: Im Fokus stehen nun Konkretisierung der verschiedenen Ideen, Umsetzung und Planung, damit die Teilnehmenden ihre neuen Ideen testen und erfolgreich umsetzen können.

Nächste Schritte

#machenstattträumen

Mit vielen Ideen, hilfreichen Methoden, individuellen Plänen und neuen Kontakten im Rucksack machen sich die Teilnehmenden auf, ihre Work Life Designs umzusetzen und – wo nötig oder erwünscht – zu adjustieren. Das Schöne am Prototypen testen: Jede getestete Idee liefert eine wertvolle Erkenntnis, egal ob die Idee danach verworfen wird, angepasst oder in ihrer ursprünglichen Form weiterverfolgt wird.

Follow-up Call

Im November besteht das Angebot, an einem informellen Follow-up-Call teilzunehmen. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich mit den anderen Work Life DesignerInnen und den Moderatorinnen zu ihrem aktuellen Stand auszutauschen. Zeit, um erste Erfolge zu feiern, gemeinsam an Herausforderungen zu tüfteln und noch die eine oder andere Methode kennenzulernen.

Interview #2

Drei Monate nach dem zweiten Workshop treffen sich die Teilnehmenden Anfang Dezember erneut zu einem halbstündigen Gespräch mit Mitarbeitenden des IAP. Bei dieser Gelegenheit wird zurückgeblickt und reflektiert, was die Teilnehmenden aus dem Work Life Design für sich mitnehmen konnten: Haben sie etwas Neues (über sich) gelernt? Welche Ideen haben sie umgesetzt, und was hat ihnen dabei geholfen? Inwiefern haben die Workshops und das Rahmenprogramm dazu beigetragen, dass sie ihre berufliche Zukunft aktiv wahrnehmen und bewusster gestalten?

Abschlussbericht

Auf Basis der Interviews verfassen die Mitarbeitenden des IAP einen Bericht über die Erfolgsmessung, den wir an dieser Stelle veröffentlichen werden.

Wir sagen ein herzliches Merci an unsere PartnerInnen von burnbaby und der ZHAW und sind ganz gespannt auf die Ergebnisse!

Vorab schon einige Eindrücke der Teilnehmenden:

Work Life Design 45+ war wie ein bunter Vogel: Vielfalt an Methoden, Tools, Perspektivenwechsel, Flexibilität.

Es war bunt, laut, aussergewöhnlich – überraschend.

Ich habe Ideen von anderen und aus Meta-Perspektive erhalten. Tolle Methoden, um Struktur in meinen Gedanken zu schaffen!

Ihr möchtet mehr zu Life Design erfahren? Dann können wir folgende Artikel in unserem Magazin empfehlen:

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